Mittwoch, 20. Dezember 2017

Rezension: Tot überm Zaun

Wenn Rentner ermitteln...

Rezension | Die deutsche Schriftstellerin Ella Dälken, welche neben Krimis auch Kurzgeschichten und Fachpublikationen schreibt, gibt mit "Tot überm Zaun" den Auftakt zu der neuen Düsseldorf Krimireihe "Cosma Pongs ermittelt".



Info zum Buch:

"Cosma Pongs heißt eigentlich Renate und ist mit Mitte 60 im besten Alter. Sie ist leidenschaftliche Krimiautorin und will nur eins: ihr Fachwissen in die Praxis umsetzen. Leider fehlt es im beschaulichen Düsseldorf an Verbrechen. Doch dann stößt Cosma beim Spaziergang in den benachbarten Schrebergärten auf eine Leiche. 
Endlich ein Mordfall für sie! Ihre Tochter, Kriminalhauptkommissarin Paula Pongs, sieht das jedoch völlig anders. Die verbietet sich jegliche Einmischungen in die Mordermittlungen. Davon lässt sich Cosma nicht abhalten, denn als erfahrene Krimiautorin weiß sie: Der Mörder kehrt immer an den Tatort zurück."                                                                                                                                            *Quelle Random House


Cosma lebt in einer Art WG, welche aus einem Haufen lebenslustiger, mehr oder weniger erfolgreichen Schriftsteller im Rentenalter besteht. Angefangen von Herr von Itzepitz, ein ehemaliger Verwaltungsbeamter, welcher jetzt historische Romane schreibt, über Eddi Mei-Zu, der eigentlich Ewald Meier-Zuhort heißt und Geheimdienst-Thriller verfasst, bis hin zu Gerda Rommstätter, einer Kuchen und Udo Jürgens liebenden Autorin von Splatter Krimis und nicht zu vergessen dem Kater Alfred.
Eines Tages findet Cosma im nahe gelegenen Schrebergartenverein eine Leiche und beginnt zusammen mit ihrer Truppe zu ermitteln. Der Tote entpuppt sich als Roland Baumann, einem recht unbeliebten Mitglied des Gartenvereins. Doch es bleibt nicht bei dem einem Toten und so hat die Rentnergruppe natürlich allerhand zu tun. Allerdings gefallen Cosmas Tochter Paula, welche selbst Hauptkommissarin ist, diese ständigen Einmischungen ihrer Mutter natürlich überhaupt nicht.   


Dieser Cosy-Krimi setzt weniger auf Spannung, dafür mehr auf gute Unterhaltung und Humor. Auch der Lokalkolorit kommt bei "Tot überm Zaun" nicht zu kurz.
Die Hauptprotagonistin Cosma finde ich fast etwas zu überzeichnet und so wirkt sie stellenweise wirklichkeitsfremd, überdreht und beinahe skurril. Die Nebencharaktere hingegen sind durchwegs gelungen. Allen voran die allein stehende Hauptkommissarin Paula, welche meist von ihrer Mutter einfach nur genervt ist und ihr Kollege Walter, der seine Liebe zum Motivtorten backen entdeckt hat. Diese beiden sind für mich die heimlichen Stars des Romans!


Ella Dälken erzählt die Geschichte im Wechsel aus den Perspektiven Cosmas und Paulas. Dabei ist Cosma in Ich-Form gehalten und Paula wird in der dritten Person dargestellt. Dieser Wechsel der Perspektiven wirkt nicht nur erfrischend und erhöht den Lesespaß, sondern sorgt zudem dafür, dass man den "Fall" so aus unterschiedlichen Gesichtspunkten betrachten kann. 
Die Autorin besitzt einen wunderbar lockeren und unverkrampften Schreibstil, so dass sich der Roman flüssig lesen lässt. Die passenden Überschriften (Paula / Cosma) helfen zudem, dass man sich schnell wieder zurechtfindet, wenn man bei den doch relativ kurz gehaltenen Kapiteln das Buch einmal aus der Hand legt.

Einzig und allein bei der Hauptprotagonistin Cosma sollte die Autorin aufpassen, dass diese in den folgenden Romanen nicht noch überdrehter wirkt und somit ins Unglaubwürdige abdriftet. Ansonsten freue ich mich über eine Fortsetzung dieser Krimi-Reihe!





Titel: Tot überm Zaun
Genre: Krimi
Autor: Ella Dälken
Verlag: Heyne
Taschenbuch, Klappenbroschur
384 Seiten
ISBN: 978-3-453-42164-6









Fazit

"Tot überm Zaun" ist ein absolut unterhaltender Cosy-Krimi!
Perfekt zum Abschalten oder zwischendurch lesen.













Das Buch wurde mir von der Verlagsgruppe Random House kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt.
Diese Rezension spiegelt ausschließlich meine persönliche Meinung wieder.

1 Kommentar:

  1. Klingt an sich ganz nett aber ich glaube, das Thema trifft nicht so meinen Geschmack. :D Mich spricht das Cover leider auch nicht an. :/ Aber so ist das eben mit den Geschmäckern. :D

    Liebst Elisabeth-Amalie von Im Blick zurück entstehen die Dinge

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